Biamonti 50 – “Die Schwester der Schicksal – Nacht und Träume”: “Nenne nicht das Schicksal grausam…”. Lied for voice and piano, 1792 – 1793
Biamonti 50 – “Die Schwester der Schicksal – Nacht und Träume”: “Nenne nicht das Schicksal grausam…”. Lied for voice and piano, 1792 – 1793, unfinished sketch. Bruers 291. Text by Herder. Fragment mentioned only by Nottebohm, Zweite Beethoveniana, II, page 574, (we cite it in full) and by Bruers. It is found among the sketches of the Variations on “Se vuoi ballare” for piano and violin, the variations for piano four hands on the theme of “Count Waldstein” and the song “Ich, der mit flatterndem Sinn”. (See also number 250 of this catalogue).
The citation from Nottebohm is found in chapter 63 which speaks of the works left unfinished and above all of the works that we find on scattered sheets.
Nottebohm writes:“Ein anderes Blatt enthält hier … und hier…..Ansätze zur Composition eines Gedichtes aus Herder’s »Nacht und Träume«. Auf demselben Blatte steht die von Beethoven seinen vierhändigen Variationen in C-dur zu Grunde gelegte Melodie von Graf Waldstein. Demnach können jene Entwürfe ungefähr dem Jahre 1793 angehören…..“ [On another sheet […] he approaches the composition of a poem taken from Herder’s “Nacht und Träume”. On the same sheet is the melody of Count Waldstein on which Beethoven’s Variations for four hands in C major are based [folio 100-verse lines 1-8]. According to this, those sketches may belong to about 1793 ….. ]
Die Schwestern des Schicksals
Nenne nicht das Schicksal grausam,
Nenne seinen Schluß nicht Neid!
Sein Gesetz ist ew’ge Wahrheit,
Seine Güte Götterklarheit,
Seine Macht Notwendigkeit.
Blick umher, o Freund, und siehe
Sorgsam, wie der Weise sieht!
Was vergehen muß, vergehet;
Was bestehen kann, bestehet;
Was geschehen will, geschieht.
Heiter sind des Schicksals Schwestern,
Keine blassen Furien;
Durch der Sanftverschlungnen Hände
Webt ein Faden sonder Ende
Sich zum Schmuck der Grazien.
Denn seit aus des Vaters Haupte
Pallas jugendlich entsprang,
Wirket sie den goldnen Schleier,
Der mit aller Sterne Feier
Droben glänzt äonenlang.
Und an ihrem Meisterwerke
Hanget stets der Parzen Blick.
Weisheit, Macht und Güte weben
In des Wurms und Engels Leben
Wahrheit, Harmonie und Glück.
Nenne nicht das Schicksal grausam,
Nenne seinen Schluß nicht Neid!
Sein Gesetz ist ew’ge Wahrheit,
Seine Güte Götterklarheit,
Seine Macht Nothwendigkeit.





