Hess 244 – Two triple fugues for four voices.
1) Four-part triple fugue in D minor 2) Four-part triple fugue in F major
The musical examples and texts are by Graziano Denini, Luigi Domenico Bellofatto and Gerd Prengel.
Hess 244 numbers 1 and 2 (Biamonti 80 n) Two triple fugues for four voices. Both are found in the previously cited publication by Nottebohm Beethovens Studien:
- one on pages 178–184 in D minor,
- the other on pages 185–190 in F major.
The second of the fugues uses for its first theme one from the list of 30 themes given by Albrechtsberger (Fugarum themata ad semirestrictionem et restrictionem apta, theme number 14), while the second and third themes were written jointly by the teacher and the student.
The modern reference source for these studies is: Beethoven Werke Gesamtausgabe, founded by Joseph Schmidt-Görg, edited by Bernhard R. Appel on behalf of the Beethoven Archive Bonn, Section XIII, Volume 1 (in three parts): Composition Studies with Joseph Haydn, Johann Georg Albrechtsberger, and Antonio Salieri, G. Henle Verlag, Munich. Beethoven Composition Studies with Joseph Haydn, Johann Georg Albrechtsberger, and Antonio Salieri, edited by Julia Ronge, Volume 1: Transcriptions, 2014, G. Henle Verlag, Munich.
BEETHOVEN WERKE
GESAMTAUSGABE BEGRÜNDET VON JOSEPH SCHMIDT-GÖRG HERAUSGEGEBEN VON BERNHARD R. APPEL IM AUFTRAG DES BEETHOVEN-ARCHIVS BONN
ABTEILUNG XIII • BAND 1 (IN DREI TEILEN)
Kompositionsstudien
bei Joseph Haydn, Johann Georg Albrechtsberger und. Antonio Salieri
G. HENLE VERLAG MÜNCHEN
BEETHOVEN
KOMPOSITIONSSTUDIEN
BEI JOSEPH HAYDN, JOHANN GEORG Albrechtsberger UND ANTONIO SALIERI
HERAUSGEGEBEN VON JULIA RONGE
1. TRANSKRIPTIONEN
2014
G. HENLE VERLAG MÜNCHEN
The manuscripts are entirely preserved in Vienna, at the Gesellschaft der Musikfreunde. Their location is: A-Wgm. A 75 II, 9, folios 45.2 recto, 46, 47, and 48.1 verso.
These manuscripts may not be published or reproduced by third parties. The fugues are mostly in a more or less defined sketch state. Where necessary, we will provide: the original version by Beethoven (with the crossed-out variants), the corrections by Albrechtsberger, and the notes by both the student and the teacher.
The whole is accompanied by the orchestration of the fugues by Gerd Prengel.
XII. Dreifacher Contrapunkt in der Octave und dreifache Fuge.
Albrechsberger schreibt: Beim dreifachen Contrapunkt lassen sich drei Stimmen nach den Regeln des Contrapunkts in der 8. verkehren; z. B.
Die erste Regel **) verbietet die Non-Ligatur, weil einmal 7/2 8/3, das andere Mal 7/6 6/- daraus wird; z. B.
*) Nr. 1 zeigt die ursprüngliche Lage, den Hauptsatz; Nr. 2 die erste Verkehrung; Nr. 3 die zweite Verkehrung.
**) Nämlich die erste Regel in Albrechsbergers »Anweisung« (1790) Seite 351.
Die zweite Regel verbietet zwei reine Quarten; z. B. Ausnahme. Guter Satz, weil die zweite Quart Uebler Satz. ein Tritonus ist.
Die dritte Regel verbietet die frei angeschlagene Qnint, weil in einer Verkehrung der frei angeschlagene J-Aocord entsteht; s. B.
Folglich ist die Versetzung mit 6/4 auszulassen, oder 3/1 oder 8/3 statt 5/3 im ersten Satz zu nehmen. Im Durchgang oder mit der Sext gebunden ist die Quinte gut; z. B.
Die vierte Regel verbietet die mit der Terz in der geraden Bewegung und auf guten Takttheilen frei angeschlagene Sext; z. B.
Besser also ist im a tre zur Sext die Octave oder der Einklang; z. B.
Auch in der widrigen Bewegung ist der6/3 – Accord nicht gut; weil einmal 6/4 daraus entsteht. Der Moius obliquus ist also in dieser Kunst der beste. So weit Albrechsberger. Beethoven, Albrechsberger’» Regeln kurz zusammenfassend, bemerkt: Hauptregel: Die 2-, die 7- und die 6/5 – Ligatur sind zu gebrauchen. Die 4 3- und die 9 8 – Ligatur nicht. Gute Consonanz-Accorde sind 3/1, 8/3, und 6/1, 8/6 und 6/6. Es folgen die Vorarbeiten zu einer dreifachen Fuge. Die darin zur Verwendung kommenden drei Themata werden gemeinschaftlich von Beethoven und Albrechsberger entworfen. Letzterer giebt die üblichen sechs Versetzungen an wie folgt:
Beethoven beginnt in Albrechsberger’» Gegenwart die Arbeit wie folgt:
Der Sopran hat im 7. Takt das erste Thema auf der Tonika, und zwei Takte später hat es der Alt auch auf der Tonika bekommen. Das ist wider eine ßegel des Wiederschlags, nach welcher der Alt mit dem Thema auf der Dominante folgen ollte. Vgl. S. 95 Takt 13. Albrechsberger ändert die Stelle, giebt auch die nächsten fünf Eintritte des ersten Themas (das letzte Mal in Gegenbewegnng) und einige andere Eintritte an, and dann Übernimmt Beethoven wieder die Arbeit und führt sie zu Ende. Wir lassen die so entstandene Fuge mit dem geänderten Anfang und mit Bezeichnung der von Beethoven und Albrechsberger herrtthrenden Stellen (durch die Anfangsbuchstaben ihrer Namen) folgen. (seguono Hess 244 numero 1 e 2)
Im 46. Takt setzt der Sopran mit einem Nachahmungsmotiv ohne Begleitung einer ändern Stimme ein. Vgl. die einfachen vierstimmigen Fugen Nr. 3 Takt 19, und Nr. 4 Takt 25. — Zu Anfang des 48. Taktes ist der Leitton von Gmoll verdoppelt. Vgl. Uebung im Contrapunkt Nr. 17. — Die Aenderung Takt 51 erklärt sich aus der Takt 45 f. vorgenommenen. — Der Alt macht Takt 53 und 54 einen übermässigen Quinten-Sprung. Vgl. die Choralfuge Nr. 1 (S. 117) Takt 75. —








